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Zu Herausforderung #2: Kirche nahe bei den Menschen

Foto: unsplash, Sean Brown

Menschennah zu sein, das ist keine neue Herausforderung, die glaubensreich erfunden hat, sondern eine, der sich Kirche schon immer stellen musste. Eine Herausforderung zu der sie sich – in Zeiten der Sinnsuche und Sinnentleerung vieler anderer Bereiche des Lebens – erst recht positionieren muss.

Menschen-nah. Das Wort an sich sagt schon, worum es hier eigentlich geht: Um Menschen und um die Nähe zu ihnen. Dabei den Menschen, also den einzelnen, ganz konkreten Menschen, nicht nur vor Augen, sondern tatsächlich im Blick zu haben, das ist es, worauf es ankommt. Für jeden offen, ohne dabei für alles zu haben zu sein, ist das Phänomen, dem wir uns dabei in besonderer Weise stellen müssen. Denn menschennah und gleichzeitig Kirche zu sein jongliert immer zwischen Extremen:

Nahe kommen – ohne zu Vereinnahmen.
Ansprechen – ohne zu überrumpeln.
Persönlich sein – ohne übergriffig zu werden.
Vor Ort sein – ohne aufdringlich zu wirken.
Strukturen leben – Heimat bieten.

Das Wesentliche dabei: Ohne Menschen geht es nicht. Nicht auf der einen und nicht auf der anderen Seite. Menschennahe Kirche muss an sich schon menschlich sein und „Gesicht zeigen“. Der Mensch als Geschöpf Gottes, als sein Ebenbild, lässt sich nur schwerlich in Strukturen und institutioneller Form nahe bringen. Das Menschliche in Kirche ist mit Menschen verbunden. Menschen, die den Rahmen ausfüllen, die Strukturen lebendig machen, ihnen ein Gesicht geben. Menschen, die sind wie die Menschen, denen sie begegnen: Geschöpfe Gottes. Denn erst da, wo Begegnung zwischen Menschen geschieht, kann Kirche menschlich und dann eben auch menschennah sein.

Nur dann, wenn Kirche es schafft, Gemeinde zu sein, ein Ort, an dem Gottesliebe und Menschennähe spürbar werden, ein Ort, an dem Menschen Menschen sind und sie es zulässt, dass Gottes Geist weht, ist sie glaubensreich unterwegs. Weil sie im Hier und Jetzt dem Glauben Ausdruck verleiht, dem Menschen einen Raum zum Sein gibt und der Zukunft ihre Hoffnung stärkt.

Menschennahe Kirche = gesegneter Ort = glaubensreiche Zeit.

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