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Tag der Inspiration – Exkursion 7: Von Glauben sprechen

Foto: privat

Wo wird heutzutage noch öffentlich über den Glauben und über Gott gesprochen Da fallen einem eigentlich zu allererst negative Beispiele ein.

Der Befund:

  1. Das Sprechen der Kirche berührt die Menschen oftmals nicht mehr.
  2. Viele Menschen leben ohne Gott und ohne Gottesrituale. In Düsseldorf zum Beispiel behaupten die organisierten Atheisten, dass mehr als 50 Prozent der Bevölkerung Gott ade gesagt haben und ohne Gott glücklich seien.
  3. Die Kommunikation des digitalen Zeitalters kennt viele Themen, das Sprechen über Gott und den Glauben gehört bei facebook, twitter und all den anderen social media nicht unbedingt dazu, es bringt auch nicht viele Likes.
  4. In den Nachrichten kommt die Frage nach Gott allenfalls als Nebenthema in den Blick, auf keinen Fall als spirituelle Frage, nicht als Glaubensfrage, sondern als gesellschaftspolitische. Beispiel? Die CSU besinnt sich auf die Basis des Christentums und diskutiert, nur noch Flüchtlinge mit christlichem Hintergrund ins Land zu lassen. Da wird das Christentum auf einmal zum Scheidekriterium. Der Islam wird nicht als eine Art, die Gottesfrage zu stellen, wahrgenommen, sondern nur prinzipiell als Bedrohung.

Noch ein Beleg: Das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr 2017 eignet sich prima zum Thema von Reisemagazinen. Die Fahrt zu den Stätten der Reformation kennt viele touristische Varianten. Um was es bei der Reformation geht, das scheint da nicht durch, es ist allenthalben mal ein zaghaftes Thema im Feuilleton.

Wenn man so will, erleben wir, dass glaubensorinentierte öffentliche Kommunikation es derzeit schwer hat, vielleicht auch in die Krise geraten ist. Sicherlich auch aufgrund der Zeitumstände. Damit wollen wir uns aber nicht abfinden. Deshalb suchen wir das Gespräch mit einem Medienprofi, um ihn nach seinen Eindrücken zu fragen, um ihn aber auch nach Auswegen, die er aus dem Dilemma sieht, zu fragen.

Der Medienprofi ist eine Sprech-Profi, einer der das Sprechen mustergültig beherrscht und von dem wir auch wissen, dass ihn die Frage nach der Religion und dem Glauben nicht kalt lässt.

Uwe Schulz (siehe Foto) moderiert im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Magazinsendungen. Der Diplom-Journalist befasst sich zudem mit theologischen und auch kirchengeschichtlichen Fragen. In einem seiner Bücher führt er „Gespräche an der Schwelle des Todes“. In einem anderen Buch erzählt er Geschichten von Versöhnung, das sind „Geschichten aus dem ganzen Leben“ (so steht es auf dem Buchcover).

Schulz gilt als „scharfäugig“, er macht Gefühle und Glaubensvorstellungen erfahrbar. Er hat ein Buch über „Bonhoeffer 2.0“ geschrieben. Da geht es darum, was Dietrich Bonhoeffer den Heutigen zu sagen hat. In einem sehr persönlichen Kapitel des Buches geht es Schulz unter der Überschrift „Bonhoeffer ist mein Seelsoerger“ um zentrale Aussagen und Erkenntnisse des von den Nazis ermordeten Theologen. Dabei kommt Schulz auch auf Bonhoeffers Gefängnisbriefe zu sprechen und er zitiert Sätze daraus, die ihm, Schulz, immer wieder neu eingehen: „In der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben zu lernen“ und: „Man soll in dem Gott finden und lieben, was er uns gerade gibt“.

Einem, der solchen Sätzen nachspürt, möchten wir gerne fragen: „Was meinst Du, wie können wir es halten mit der Rede von Gott und dem Glauben – im Alltag, im Leben, heute und in Zukunft?“

Das Gespräch mit Uwe Schulz bei der Exkursion am Tag der Inspiration wird von Landespfarrerin Petra Schulze  (siehe Foto), Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche im Rheinland beim WDR, und vom Leiter der Evangelischen Pressestelle Düsseldorf, Dr. Ulrich Erker-Sonnabend, moderiert.

Das Gespräch findet an einem besonderen Ort statt: dem Nato-Saal im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz, von dem aus man einen Nahblick auf die Türme und Dächer des Kölner Doms hat.