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Stete Bereitschaft zum Aufbruch

(c) Landeskirchenamt / Uwe Schinkel

Wir haben den Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski gebeten, uns einen kleinen Einblick in seine Gedanken zu glaubensreich für das neue Jahr zu geben. Er spricht von einer steten Bereitschaft zum Aufbruch und von der Kraft, die aufgewendet werden kann. Aber lesen Sie selbst:

Immer wieder treffe ich auf Menschen, die etwas (bewegen) wollen in unserer Kirche. Ich denke z.B. an eine junge Theologin. Ihr geht es nicht um ihre Verbeamtung oder um ihre Sicherheit. Nein, sie möchte Menschen Zugänge zur Kirche verschaffen, die den Weg durch bereits bestehende und geöffnete Türen nicht gehen, oder Menschen die in der digitalen Welt zu Hause sind, aber zugleich Interesse an Begegnungen haben. Sie weiß, dass das nur durch neue Versuche und Experimente gelingen kann. Und sie fragt, ob die Kirchenleitung das fördern möchte. Daneben denke ich an nicht wenige, die in unsere Kirche engagiert gewesen sind, sich inzwischen aber – frustriert vom Erleben in der realen Kirche – abgewendet haben. Es gibt sie gar nicht so selten, die „motivierten Frustrierten“: Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass wir uns als Kirche an manchen Orten nicht mehr von den Menschen herausfordern lassen, mit denen wir zusammenleben, oder von Situationen, die wir nicht auf sich beruhen lassen können.

Als jemand, der auf allen Ebenen unserer Kirche immer auch mit Veränderungsprozessen zu tun hatte und hat, weiß ich, wie viel Energie durch die Suche nach Lösungen in Struktur- und Finanzfragen gebunden wird. Manchmal wirken wir so, als ginge es dabei um die Existenz unserer Kirche, die auf dem Spiel stehe. Die Einladung zur Mitarbeit in dieser Kirche gleicht dem Stellenangebot, auf einem sinkenden Schiff Stühle zu rücken.

Ich schätze die Situation unserer Kirche anders ein: Auch in Umbruchsituationen bestimmt uns die „stete Bereitschaft zum Aufbruch“. Wir wissen, „wir arbeiten an dem, was Gott ohnehin vorhat“, so hat es der ehemalige Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, Axel Noack, einmal formuliert. Aus dieser „Zuversicht des Glaubens (wird) uns die Kraft geschenkt …, klar zu sehen, nüchtern zu analysieren und tapfer zu handeln.“

Ich finde, „glaubensreich“ ist eine wichtige Initiative, eine Plattform für Menschen, die etwas bewegen wollen in unserer Kirche. Das ist mindestens ein Versuch wert. Ich danke allen, die sich hier engagieren, die sich nicht entmutigen lassen und die darauf vertrauen, dass Gott seine Kirche verändert und in der Welt wirkt. Ich bin gespannt, wie sich diese Zukunftsinitiative weiterentwickelt.

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