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Siehe, ich schaffe ein Neues

Impulse und Materialien zum Reformationsfest 2016 – Vor 500 Jahren hat die Reformation die Kirche in Bewegung gebracht. Im Glauben an den Gott der Bibel haben die Reformatoren die Kirche an ihren ursprünglichen Auftrag erinnert. Frei im Glauben, gebunden allein an Gottes Wort, wagten sie es, Kirche und Glauben neu zu leben und auszudrücken.

„Vergnügt, erlöst, befreit“ gehen wir diesen Weg im Reformationsjahr weiter. Denn Reformation ist kein Zustand, sondern ein Prozess.

An Herausforderungen dazu mangelt es in Kirche und Gesellschaft nicht. Damals wie heute stehen viele Menschen dem christlichen Glauben fremd bis gleichgültig gegenüber. Er sagt ihnen nichts mehr. Mit den kirchlichen Lebensformen können sie nichts mehr anfangen. Eine befreite Kirche hat die Gelassenheit und den Mut, sich dem zu stellen. Sie dreht sich nicht immer weiter um sich selbst, als wäre nichts geschehen. Sie sucht die Nähe zu den Menschen und zu Jesus Christus, Gottes Hoffnungsbringer. Sie mischt sich ein, ringt um Orientierung und lässt sich auch selbst im Blick auf die Hoffnung korrigieren, über die sie nicht verfügt.

Reformationsjubiläum feiern, kann nicht heißen, die Versäumnisse der Jahrhunderte zu bedauern und sich selbstzufrieden zurückzulehnen. Es gilt, die Flamme des Glaubens neu zu entfachen. Martin Luther und Johannes Calvin, Philipp Melanchthon oder Ulrich Zwingli können uns darin Mut machen und Vorbild sein. Die Kraft, die sie erlöste und bewegte, ist dieselbe, die auch uns befreit: Gottes Geist durch Jesus Christus.

Sich an die Reformation zu erinnern, bedeutet, Glauben heute mitten im Leben zu wagen. Deswegen laden wir am Vorabend zum Reformationsjubiläum zu einem „Tag der Inspiration“ nach Köln.

Ich wünsche uns, dass die Gottesdienste zum Reformationsfest zum Ausdruck bringen, dass hier eine befreite Kirche feiert: gelassen und vergnügt. Manchmal müde mit einer langen Geschichte. Aber immer noch bewegt von Neugier und Engagement: für die Menschen und für den Glauben. Wenn das Reformationsjahr Mut zum Aufbruch gibt, befreit und vergnügt Kirche bei den Menschen von heute zu sein, dann feiern wir so das Anliegen der Reformatoren. Der „Tag der Inspiration“ gibt dazu Anstöße. Mögen diese in den Gemeinden weiter wirken.

Text: Manfred Rekowski (Vorwort der Broschüre)