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Projekt: TIERFREItagsmahl

Das TIERFREItagsmahl ist ein gemeinsames, vegetarisches  oder veganes Essen, das bewusst eingenommen wird, um durch den Verzicht auf tierische Nahrung die Achtung vor dem Tier als Mitgeschöpf zum Ausdruck zu bringen.

Immer mehr Menschen ernähren sich heutzutage vegetarisch. Das hat in erster Linie gesundheitliche, ethische oder ökologische Gründe. Kaum jemand hat dabei das Tier als Mitgeschöpf in den Blick genommen, auch Christen nicht. Das ist mehr als bedauerlich, hat doch bereits 1991 der Wissenschaftliche Beirat des Beauftragten für Umweltfragen des Rates der EKD einen entsprechenden Diskussionsbeitrag erstellt: „Zur Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf“. In ihm heißt es: „Unumstritten dagegen ist die Aufgabe, zusammen mit einem neuem Naturverständnis auch ein neues Verhältnis der Menschen zu den Tieren als ihren Mitgeschöpfen zu finden.“

Sind wir dieser Aufgabe bisher gerecht geworden? Das darf bezweifelt werden! Wir betrachten viele Tiere immer noch vor allem als „Nutztiere“. Sie werden beispielsweise in der Fleischindustrie dementsprechend „erzeugt“, qualvoll gemästet und letztlich als „Fleischprodukte verbraucht“. Kaum jemand denkt beim Anblick eines Schnitzels daran, dass es Teil eines lebenden Wesens gewesen ist.

Umso wichtiger ist es, endlich ein Zeichen dafür zu setzen, dass Tiere mehr sind als Lebewesen, die bedenkenlos ausgenutzt und verbraucht werden können.

Das Ziel des Projekts ist nicht nur, das Bewusstsein zu schärfen. Ziel muss vielmehr sein, auf eine langfristige Verbesserung unseres Umgangs mit Tieren hinzuwirken. Sprich: selbst wenn wir weiterhin Tiere essen und sie dafür töten, müssen wir zumindest Sorge tragen, ihnen Schmerz und Leid zu ersparen. Das kann sich in der Bereitschaft dafür ausdrücken, auch höhere Preise zu bezahlen, wenn Tiere dadurch unter besseren Bedingungen gehalten werden können. Ebenso wäre es möglich, durch regelmäßigen Fleischverzicht dazu beizutragen, die „Fleischproduktion“ nicht noch weiter zu erhöhen, sondern zu verringern. Das TIERFREItagsmahl bietet dafür die ideale Gelegenheit.

Wie sieht die praktische Durchführung des TIERFREItagsmahls aus?

  • Der Freitag bietet sich für das Projekt an: Zum einen ist es christliche Tradition, sich am Freitag des Fleisches zu enthalten. Zum anderen könnten wir das Wochenende mit einem Stück paradiesischen, friedvollen Lebens einleiten.
  • Der Ablauf: Das Mahl beginnt mit einem spirituellen Impuls, d.h., einer Mini-Liturgie, in der die Achtung vor dem Tier als Mitgeschöpf zum Ausdruck gebracht wird. Im Anschluss daran findet das gemeinsame Essen statt.
  • Die Wirkung: Das TIERFREItagsmahl hat das Potential, weite Kreise zu ziehen und sich sogar zu etablieren, möglicherweise auch in Kreisen, die Kirche durchaus kritisch gegenüber stehen. Die Initiative dürfte den Nerv der Zeit treffen, da sie Sinn macht. Sie positioniert Kirche in einem Themenfeld, das Menschen bewegt. Deshalb kann eine gute Öffentlichkeitsarbeit viel bewirken.