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Projekt: Gemeinde für Menschen, die mit Kirche nichts anfangen können – die beymeister

Wie müsste eigentliche eine Kirche aussehen, in die Menschen gehen, die bisher in der Kirche keine Relevanz sehen? Konkret: Wie müsste eine Kirche zum Beispiel für die jungen Spielplatzeltern aussehen? Oder für die Kreativen Endzwanziger? Für die Hipster?

Was als noch etwas unbehauene Idee in die Arbeitsgruppe beim 2. Netzwerktreffen eingebracht wurde, hat inzwischen konkrete Gestalt angenommen. Zunächst hatten wir überlegt, wie man solche Menschen erreichen könnte. Ein Weg wäre ein Café. Das müsste aber mehr sein als ein bloßes Café. Es sollte ein spiritueller Ort sein, an dem die Menschen ihre eigenen Lebensfragen stellen können. Was muss man beachten? Was vermeiden? Und wie könnte man verhindern, dass aus der geistlichen Gemeinschaft am Ende doch nur eines von vielen hippen Cafés wird. Wahrscheinlich, indem man die Menschen frühzeitig in die Planung einbezieht. Also müssen wir mit ihnen in Kontakt kommen. Wer etwas mit einer bestimmten Gruppe machen möchte, der muss wissen, wie sie ticken.

So wurde dem eigentlichen Projekt ein kleines Projekt vorweggestellt, ein viermonatiges Pionierlabor, das darauf abzielt, Kontakte im Stadtteil zu knüpfen. Die Kirchengemeinde Köln Mülheim hat sich als Trägerin gefunden, der Verein Wunder-Werke e.V. als Kooperationspartner. Und durch die großzügige Unterstützung verschiedener Initiativen (des Freundeskreises missionarischer Kirchen, des Vereins andere Zeiten e.V. und durch landeskirchliche Kollektenmittel) konnte es losgehen.

Das Team setzt sich zusammen aus Miriam Hoffmann und Sebastian Baer-Henney. Sie haben lange zusammen Jugendarbeit gemacht. Heute arbeitet sie als Referentin in der Gemeindeberatung bei Wunderwerke e.V., während er bisher als Pfarrer im Kirchenkreis Köln Rechtsrheinisch aktiv ist – wozu Mülheim gehört. Zusammen haben sie das Projekt beymeister getauft, weil es doch darum geht, den Menschen dabei zur Seite zu stehen, wenn sie ihr Leben meistern.

Begonnen haben sie mit einem Sofa am Rhein. Hier haben sie Kaffee gefiltert und auf Interessenten gewartet – und sie kamen. Sie haben sich auch zum Feierabend mit den Leuten am Rhein zusammengesetzt und so erfahren, was es dort alles für großartige Menschen gibt, was sie an Mülheim mögen, was ihnen fehlt – und wo sie Lust hätten, sich einzubringen. Weitere Aktionen sind geplant, so dass nach den vier Monaten ein viel besseres Bild davon besteht, was die Menschen in Mülheim ausmacht, wie man mit ihnen was starten kann – und wie das aussehen könnte.

Nun soll es weitergehen. Bei glaubensreich soll die Frage lauten: Was läuft gut, was nicht – und wie könnte das eigentliche Projekt hieraus erwachsen?

Wir möchten gerne anknüpfen mit der Frage: Wie kann man Kirche so sein, dass man für Nichtkirchliche ansprechend wirkt – ohne zu verleugnen, dass man Kirche ist? Mitreden kann man ab sofort im Forum „Gemeinde für Menschen, denen Kirche fremd ist“, auf der mixxt-Plattform.

Informationen zum Projekt gibt es auf www.beymeister.de, getwittert wird unter @dieBeymeister, und auch auf facebook findet man sie: „die Beymeister“.