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Praktisch: Jahresplanung

Als große Freundin von Struktur und Ordnung bin ich natürlich auch eine Befürworterin von Jahresplanung. Sich einen Überblick über seine Wünsche zu verschaffen, sich zu erinnern, was man schon zugesagt und festgelegt hat und möglichst realistisch abzuschätzen wie viel Freiraum für neue Dinge bleibt – sehe ich als eine Chance, einiges zu bewegen und sich nicht gleichzeitig der Beschleunigung hinzugeben. So ganz habe ich auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass gute Planung zu Entschleunigung führt.

Für eine Jahresplanung, die noch Freiraum für Reflexionen, Emotionen und vielleicht sogar für Träume enthält, favorisiere ich die einfache Klebezettel-Methode. Die funktioniert übrigens sowohl für die persönliche Planung als auch für Gruppen:

1. Mit den Träumen und Wünschen anfangen

Bevor man sich zu arg mit den Tatsachen der Planung beschäftigt, sollte man sich etwas Freiraum zum Träumen gönnen.

Was möchte ich in diesem Jahr erleben? Wen möchte ich treffen? Welche Beziehung möchte ich pflegen? Welches Projekt möchte ich starten? Wo möchte ich Zeit verbringen? Wie möchte ich Feiertage und Ferien gestalten?

Jeder Gedanke wird auf einem einzelnen Klebezettel festgehalten. Das ist sehr hilfreich, denn die Zettel lassen sich später prima umsortieren und strukturieren. Die Klebezettel brauchen erst mal keine Reihenfolge, sie sollten einfach nebeneinander auf einem Tisch, Wand oder Papier platziert werden.

2. Zugesagte Projekte und Termine bedenken

Nun lohnt es sich, seinen Kalender zur Hand zu nehmen und für die Termine und Aufgaben zu notieren, die schon fest verabredet wurden. Jede Aktion bekommt wieder einen eigenen Klebezettel.

3. Verpflichtungen berücksichtigen

Um tatsächlich möglichst alle Lebens- bzw. Arbeitsbereiche zu berücksichtigen, muss man sich noch einmal aufraffen und auch an die Angelegenheiten denken, die man manchmal lieber vergessen möchte.

Welche Verpflichtungen habe ich, die auch Zeit und Kraft in Anspruch nehmen werden? Welche Projekte sind mir unangenehm, habe ich etwas davon vergessen?

Wie schon gewohnt bekommt jede Aktion ihren Klebezettel.

4. Kraftaufwand einschätzen
Wer es eilig hat, kann diesen Schritt auch überspringen. Die Idee ist einfach, die Aktionen bzw. Klebezettel zu bewerten, welche Bedeutung die einzelnen haben. Zum Beispiel so:

  • Wichtige, kraft- oder zeitintensivere Aktionen werden fett umrahmt.
  • Besonders favorisierte Aktionen bekommen ein Herz.
  • Anstrengende Aktionen werden mit einem Blitz markiert.

5. In überschaubare Zeitabschnitte einsortieren

Nun werden die Klebezettel in eine zeitliche Reihenfolge gebracht. Je nach Menge empfiehlt es sich, pro Monat oder pro Quartal einen Bogen Papier als »Zeitfeld« bereit zu halten. Die Zettel werden auf die entsprechenden »Zeitfelder« geklebt. Zettel, die nicht offensichtlich einem bestimmten Zeitfeld zuzuordnen sind, werden zuletzt platziert.

6. Reflexion

Nun kann man sich mit den einzelnen »Zeitfelder« auseinandersetzen:

Kann ich diese Vorhaben in dem vorhandenen Zeitrahmen schaffen?
Mute ich mir damit viel oder wenig zu?
Muss ich das alles wirklich in diesem Zeitabschnitt machen?
Was könnte ich weglassen?
Wird das eine herausfordernde oder eher entspannte Phase?
Sollte ich noch etwas umräumen und zu einem anderen Zeitpunkt angehen?

 

Im besten Fall erhält man zuletzt einen guten Überblick und einen machbaren Plan, welche Projekte in welcher Phase anstehen. Wie gesagt, ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass dieses Planen zu mehr Zufriedenheit führt, weil man die Wahrscheinlichkeit steigert, tatsächlich einige Herzensangelegenheiten voran zu bringen, ohne andere Verpflichtungen zu vernachlässigen. Und natürlich kommt es meistens anders als man denkt. Es kommen Dinge dazu, es kommen Dinge dazwischen. Es spricht aber auch nichts dagegen, mit den Klebezettel durch das Jahr zu gehen. Die lassen sich ja immer wieder neu positionieren.

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