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Gechillt glauben

Was haben Sie vom letzten glaubensreich-Netzwerktreffen mitgenommen?  Auf diese Frage geht Kerstin Offermann in ihrem Beitrag ein. Sie ist Pfarrerin der Ev. Kirche im Rheinland und arbeitet zur Zeit als Referentin bei der AMD (Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste).

Für mich waren die Menschen, die ich beim 2. Netzwerktreffen von glaubensreich getroffen und mit denen ich mich unterhalten habe, ein Reichtum: unterschiedlich aber engagiert, ehrlich auf der Suche, ohne Druck, aber mit Begeisterung, mit Zweifeln und Fragen, auch hinsichtlich dessen, wie sie Kirche erleben – aber nicht resigniert.

Meine Fantasie ist, dass Menschen sich bei uns in ihrer Kirche wohler fühlen würden, wenn Sie diese Atmosphäre erleben würden: gelassen und doch ganz bei der Sache; mit Leichtigkeit und Humor und doch ernsthaft und tragfähig, wo es einen Freiraum gibt, in dem gelassen Menschen und Glaube wachsen können.

Es tut mir gut, Menschen zu begegnen, die so wie ich nach Wegen und Verbündeten suchen, um einen solchen Lebensraum in ihrer Kirche anzupflanzen. Menschen, denen es nicht darum geht, bestimmte Programme umzusetzen, sondern die Gottes Lebendigkeit Raum geben wollen, weil sie ihm zutrauen, dass er Herzen verändern kann und Leben schafft – auch in angestaubten Kirchgebäuden. Vielleicht ist es praktisch gesehen vor allem eine Wahrnehmungsübung: mit sehenden Augen und hörendem Herzen gemeinsam ergebnisoffen die Bibel lesen, mit offenen Ohren den anderen in dem, was er sagt entdecken und selber das sagen, was tatsächlich in mir ist. Hinsehen, was gebraucht wird und dann gelassen, auf Gott vertrauend, dem zuwenden, was zu tun ist.

So könnte Gemeinde leben: unangestrengt, ehrlich, niemandem was vormachen, und Gott alles zutrauen.

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