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Beispiel: Ein besonderer Gottesdienst „Kaffee & Wein“

Wie sollte ein Gottesdienst sein, in den ich gerne gehen würde? Mit dieser Frage haben wir uns vor etwa einem Jahr zusammengesetzt. Wir, das sind drei Erwachsene zwischen 20 und 35 und ich, eine Pfarrerin.

Es gibt in unserer Gemeinde Gottesdienste für bestimmte Zielgruppen: Krabbelgottesdienste, Kindergottesdienste, Familiengottesdienste und daneben das ganz klassische Programm Sonntag Vormittag in unseren Kirchen, das aber eher die Generation 50+ anspricht. Und wo bleiben die jüngeren Erwachsenen? Also haben wir überlegt: Der Gottesdienst sollte in einer gemütlichen und entspannten Atmosphäre stattfinden, Möglichkeiten zur Beteiligung und zum Gespräch bieten, aber keine Lieder, bei denen sich irgendjemand zum Mitsingen überwinden muss…
Und was ist dabei herausgekommen? Ein moderner Gottesdienst „Kaffee&Wein“, an ca. sechs Samstagen im Jahr, 18.00 Uhr im Lounge-Bereich unseres Gemeindehauses.

Ein Gottesdienst, der völlig anders ist als das, was man normalerweise in einer Kirche gewohnt ist. Der dem Alter und Lebensvorstellungen jüngerer Menschen entspricht. Bei dem man einen Cappuccino oder ein Glas Wein trinken kann. Der Impulse gibt zu Themen, die unser Leben bewegen und und zur Frage, was Gott damit zu tun hat. Bei dem man vor allem viel reden kann, im Sessel sitzend, in kleinen Gesprächsgruppen. Der einlädt zum Gebet und Segen. Der Musik zum Zuhören anbietet und hinterher noch etwas für den Magen, weil der Blick auf die Uhr sagt, dass in Windeseile anderthalb Stunden verflogen sind ohne es zu merken und die Lust noch groß ist, weiter zusammen sitzen zu bleiben …

Zugegeben: Es sind leider noch nicht so viele, die Kaffe&Wein für sich entdeckt haben. Junge Erwachsene lassen sich schwer über die traditionellen Medien einladen. Aber jeder Gottesdienst war ein Erlebnis und es war immer jemand dabei, für den es seit langem wieder der erste Besuch in einer Gemeinde war. Wir haben deshalb beschlossen, dieses Projekt auch im kommenden Jahr fortzusetzen und sind gespannt, was Gott daraus macht.