Blog

Beispiel: Zitronengottesdienst – erfrischend, bunt, vielseitig

Zitronengottesdienst

Mit einer Zitrone als „Markenzeichen“ startete vor zwei Jahren ein neuer Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Sankt Augustin Niederpleis und Mülldorf. Erfrischend, bunt und vielseitig – so sollte der Gottesdienst gestaltet werden. Die Zielgruppe: Menschen, die nicht unbedingt zur Kerngemeinde zählen, aber dennoch Interesse daran haben, sich (neu) mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Mittlerweile hat sich das Angebot etabliert – der zehnte Zitronengottesdienst steht im Februar vor der Tür. Thema dieses Mal: Du glaubst! Geht’s noch?

Gemeindemitglieder aus allen Generationen hatten sich als Ergänzung zu den klassischen Angeboten mit traditioneller Liturgie und Musik einen zusätzlichen, etwas anderen Gottesdienst gewünscht – modern, einladend, überraschend und mit mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Teilnehmende.

Um dies bereits von Anfang an zu ermöglichen, konnten sich Interessierte bereits bei der Konzeption des neuen Gottesdienstformats einbringen. In einem Workshop wurden die Grundlagen für eine neue Gottesdienstgestaltung erarbeitet: Die Liturgie sollte einladend, einfach und nachvollziehbar, die Verkündigung alltagsnah und lebensrelevant sein. Thematisch passende Popmusik wechselt sich ab mit moderneren Gemeindeliedern, die musikalische Gestaltung übernimmt eine Band.

Gleich zu Beginn der Gottesdienstreihe zeigte sich, dass die Gottesdienstteilnehmer die wiederkehrenden liturgischen Gestaltungselemente (Votum/Begrüßung, Lesung, Fürbitten,Vater Unser, Segen) als auch die sehr unterschiedlichen Verkündigungsformen positiv annehmen. Abhängig vom festgelegten Thema gibt es Predigt-Impulse, Interviews, Anspiele, Videoclips oder Gesprächsrunden. Für jeden Gottesdienst werden Aufgaben und Zuständigkeiten neu abgesprochen, so dass z.B. die bisherigen Predigt-Impulse u.a. von einer Schülerin, einem Juristen oder einem arabischen Flüchtling kamen.

Themenfindung und -formulierung, vor allem auch die Erarbeitung der Verkündigungsinhalte, sind naturgemäß recht zeitaufwendig, wenngleich die vertiefenden Gespräche und anregenden Diskussionen im Vorfeld des Gottesdienstes schon einen eigenen Mehrwert für die Beteiligten darstellen. Hier liegt allerdings auch die Achillesferse des Zitronengottesdienstes. Der Faktor Zeit erweist sich vor allem für Berufstätige immer wieder als ein Hinderungsgrund, auf Dauer aktiv in die inhaltliche oder organisatorische Vorbereitung einzusteigen.

Der Gottesdienst selbst stösst weiterhin auf großes Interesse, die Teilnehmerzahl bewegt sich zwischen 60 und 120 Personen. Positiv ist vor allem, dass immer wieder neue Menschen, die dem christlichen Glauben in ihrem Leben eine Chance geben wollen und die sich noch nicht völlig von der Kirche verabschiedet haben, den Weg in unsere Gemeinde finden.