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#4 Herausforderung und Engagement: Antje Rinecker

Foto: privat

Drei Fragen an Antje Rinecker. Sie ist freiberufliche Dozentin und vor allem in den Bereichen Integration und evangelische Erwachsenenbildung unterwegs. Darüber hinaus ist sie leidenschaftliche Ehrenamtlerin der Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen. In ihrem vielfältigen Engagement beschäftigt sie immer wieder die Frage, wie Glauben in Worte gefasst werden kann , die für heutige Menschen zugänglich sind. Nur wer klar über seine eigene Position Auskunft geben kann, ist in der Lage einen ernsthaften Dialog mit Menschen anderer Religionen zu führen, so die Erfahrung ihrer langjährigen Arbeit als Dozentin von Integrationskursen.

Welche Herausforderung spüren Sie aktuell in Ihrem Engagement?

Ich erlebe im Gespräch immer wieder Menschen, die auf der Suche nach einer geistlichen Verortung für ihr Leben sind, aber der klassischen Kirchengemeinde dies nicht mehr zutrauen. Was Sie engagieren sich in der Kirche? Zugleich fühlen sich viele Menschen durch den Strom fliehender Menschen nach Deutschland verunsichert, fürchten um allgemeine christlichen Werte. Die Herausforderung scheint mir, dass unserer Arbeit in den Gemeinden und in den vielen neuen Projekten die verändernde, stärkende Kraft des Evangeliums abspürbar ist. Dass es uns gelingt, Menschen zu ermutigen. Aus einer Haltung vertrauensvoller Zuversicht, können wir ganz anders auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zugehen.

Welche Ansätze und Ideen verfolgen Sie zur Zeit?

In einem föderalen Deutschland, das schon immer Zuwanderungswellen erlebt hat, sind kulturelle Unterschiede nichts Neues. Dennoch waren sie noch nie so im Fokus. Wie kann es gelingen, die Verschiedenheit auch unter Christen als Bereicherung erfahrbar zu machen und die Gemeinden dafür zu öffnen? Wir brauchen Erfahrungsräume, in denen vom freundlichen Nebeneinander bis zum aktiven Miteinander etwas ausprobiert werden kann. Scheitern inklusive. In Schildgen versucht sich das Begegnungscafé Himmel un Ääd auf diesem Weg. Unabhängig, ökumenisch und mehr, engagiert in der Flüchtlingshilfe arbeitet es dafür, wirkliche Begegnung zu ermöglichen.

Welche Wünsche und Visionen haben Sie für die Zukunft der Kirche?

Ich wünsche mir, dass Kirche wieder mehr Kirche ist. Verwaltungs- und Finanzreformen sind sicherlich wichtig, aber sie können nur Mittel zum Zweck sein. Ich wünsche mir, dass in Kirche mit der gleichen Intensität theologisch diskutiert, um Positionen gestritten wird, dass sie gesellschaftlich erkennbar ist und nach Wegen für mehr Frieden und Gerechtigkeit sucht. Ich wünsche mir (mit den Worten von Hanns Dieter Hüsch), dass sie ein Virtuose des Geistes ist.

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