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#2 – Was ich vom Kirchentag mitgenommen habe?

Abend der BegegnungGugg gscheid nâ!Zwischen Bahnhof und Rotebühlplatz, zwischen Hospitalkirche und Leonhardskirche, rund um Stiftskirche, Schloss und Marktplatz erwartet Sie schwäbische Gastfreundschaft. "Gugg gscheid nâ!" - "Schau genau, aufmerksam

Was ich nach Hause mitgenommen habe: Viel Gesang und Musik. Schöne, neue und eingängige Melodien, die mich noch in den Tagen nach dem Kirchentag durch meinen Alltag begleitet haben. z. B. der Kanon „Ich bin bei euch alle Tage, bis die Erde endet“ am Samstag Abend auf dem Schlossplatz. Kirsten Fehrs, Bischöfin der Nordkirche hat ihn angestimmt und den Platz in einen Chor aus tausend Stimmen verwandelt. Alle hielten eine Kerze in der Hand und sangen aus voller Kehle. Dieser Moment hat mich tief berührt, er fühlte sich an wie warmer Segen.

Ich werde sie noch nicht los, die Bilder und Eindrücke von den Gottesdiensten am Anfang, am Ende und mittendrin. Viele tausend Menschen mit Kerzen und Tüchern. Fröhlich und ansteckend. Nicht die großen Namen und Themen waren für mich besonders. Es waren die unerwarteten Momente, Gespräche und Begegnungen.

Ein Chor aus Ghana in der Fussgängerzone, der mit afrikanischen Rhythmen, bunten Kleidern und strahlenden Gesichtern die Menschen begeisterte. Gespräche im Stadtpark mit Menschen aus der Region, fremd und unbekannt, aber neugierig und offen. Zufällige Begegnungen mit Kollegen und Freunden an der Haltestelle oder mitten im Gewühl.

Was ich gut zurücklassen konnte: die Hitze der Tage. Hitzige Debatten hingegen habe ich eher vermisst. Das Anstehen vor großen Hallen und Veranstaltungen. Es waren in Stuttgart zu viele Menschen in und an zu vielen zu kleinen Orten. Die Vielfalt des Programms und das „beim Kirchentag darf alles sein.“ Es ist schön, auswählen zu können, aber es gibt auch von jedem etwas und zuviel. Ich habe den roten Faden gesucht …

Was ich mir für künftige Kirchentage wünsche: Wieder mehr Kontroverses. Streitgespräche. Vielleicht weniger Prominenz. Und immer wieder Zeit für Unerwartetes, Zufälliges.

Was ich in meinen Alltag hineinnehmen möchte: Die Melodien, die mir in den Ohren klingen. Den Geist des Abendsegens. Zur Ruhe kommen, Innehalten, den Tag Revue passieren lassen, Kerzenlicht, Nachthimmel, Musik und Gesang.

Was kann Kirche vom Kirchentag lernen: Das vieles und viel mehr möglich ist, als es Gemeinderealität manchmal zulässt. Dass gerade Ungeplantes schöne Momente schenkt. Dass es immer noch genug Menschen gibt, denen der Glaube und die Kirche Jesu Christi wichtig sind.

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