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#2 Herausforderung und Engagement: Simon Schild

Simon Schild, Kirschkamperhof

Drei Fragen an Simon Schild. Er ist Leiter des Kirschkamperhofs in Krefeld. Als Sozial- und Kulturpädagoge ist er immer wieder gefordert, Räume zu schaffen, damit Kinder und Jugendliche kostbare und prägende Erfahrungen machen können.

Welche Herausforderung spüren Sie aktuell in Ihrem Engagement?

Die größte Herausforderung, die ich als Leiter einer Einrichtung spüre, in der hauptsächlich Kinder- und Jugendarbeit passiert, ist eine „professionelle Entfremdung“ vom Menschen. Das heißt, dass die strukturellen Herausforderungen an meinen Job seitens der Kirche, der Kommune, der Gesetzgebung, der Dachverbände usw. so groß werden, dass sie enorm viel Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die mir bei den Menschen fehlt, um die sich meine Arbeit drehen soll. Viele Gründe dafür sind gut. Es ist gut, ein stimmiges Konzept zum Kinderschutz zu haben. Viele Gründe dafür sind schwerer nachzuvollziehen und klingen eher nach Bürokratie. So oder so sind die Herausforderungen aber da und wollen bearbeitet werden. Darin den Blick frei zu bekommen für den Menschen und den Glauben, über den wir im Gespräch sein wollen, ist die Herausforderung.

Welche Ansätze und Ideen verfolgen Sie zur Zeit?

Auf dem Kirschkamperhof stellen wir uns seit längerer Zeit die Frage: „Wie können wir eigentlich ein einfaches Christsein miteinander leben?“ Darin steckt die Antwort auf eine Frage, die mir vor einiger Zeit ein Vikar stellte: „Welche Theologie haben Sie eigentlich?“ Meine Antwort damals: „Wir haben eine Theologie der Begegnung.“ Das ist unsere große Chance. Unsere Gäste treffen auf Christen, mit denen sie ein paar Tage gemeinsam leben. In dieser Zeit öffnet sich jeder ein Stück, sowohl der ehren- oder hauptamtlich Mitarbeitende wie auch der Gast. Und dann erzählt jeder davon, wie er oder sie in bestimmten Situationen denkt, handelt und entscheidet und warum Jesus in genau dieser Situation zu finden ist. Und im besten Falle geschieht dieses Erzählen gar nicht durch Worte, sondern durch das gemeinsame Erleben.

Natürlich erzählen wir auch. Auf dem Kirschkamperhof erzählen wir Geschichten. Geschichten von Menschen aus der Bibel und aus der Welt. Geschichten, die davon berichten, was Menschen mit Gott erlebt haben. Wir sagen nicht, wie man richtig glaubt, denn das wissen wir selber nicht. Aber wir erzählen, wie der Glaube uns durch die Höhen und Tiefen unseres Leben trägt.

Welche Wünsche und Visionen haben Sie für die Zukunft der Kirche?

Gerade in Zeiten von Haushaltskonsolidierung, Aufgabenkritik und Sparzwängen habe ich den Wunsch, dass die Kirche wieder in den Blick nimmt, was ihre Stärken sind. Stärken, die sich mit Geld nur schwer darstellen lassen: Den Menschen in den Blick nehmen. Ein Zuhause schaffen. Eine Zukunft aufmalen. Kritisch sein ohne engstirnig zu werden. Das Evangelium zu den Menschen bringen. Die Menschen aus dem Abseits in die Mitte holen. Im besten Sinne Jesus-Freaks sein.

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